Ein Jahr in Filmen – März 2017

Man könnte sagen, dass der März der Erholungsmonat nach den Oscars war aber hauptsächlich war es ein Monat mit drei neuen Entdeckungen die ich sehr geliebt habe.

 März 2017

The Nice Guys (2016):

The Nice Guys wirkt wie ein Film der schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat und trotzdem heute noch genauso gut funktioniert wie damals. Russell Crowe in so einer Rolle zu sehen war für mich ungewohnt aber auf keinen Fall schlecht, im Gegenteil. Crowe und auch Gosling sind witzige Antihelden und machen einfach Spaß beim Zuschauen. Leider kann ich mich nicht mehr an alles erinnern außer dass ich ein paar Mal laut lachen musste und am Ende absolut begeistert war. Um was es nochmal ging? Keine Ahnung aber toll war es trotzdem: 9/10

Ich und Earl und das Mädchen (2015):

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Trailer – Ich und Earl und das Mädchen

Wem Filme wie Juno, 500 Day of Summer und Vielleicht lieber morgen gefallen, wird auch viel Spaß an Ich und Earl und das Mädchen haben. Zwar hatte ich oft das Gefühl einen Teenie-Film zu schauen aber es hat mich überhaupt nicht gestört. Die Erzählart, die kleinen Animationen und die Beziehung zwischen den Jugendlichen machen den Film zu etwas ganz besonderem. Ich hatte ganz oft das Gefühl, etwas ganz Neues zu sehen und gleichzeitig diesen Film zu kennen. Auch wenn er extrem emotional ist lohnt es sich auf jeden Fall. Ein kleiner Indie-Schatz der nicht genug Beachtung bekommt: 8,5/10

Life (2015):

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Trailer – Life (2015)

Jahrelang habe ich alte schwarzweiß Fotos von James Dean als Hintergrund gehabt. Nicht nur weil James Dean gut aussieht aber auch weil die Fotos unglaublich schön sind. Die Geschichte zu den Fotos kannte ich damals nicht und war umso erstaunter als ich Life anschaute. Man konnte sich gut vorstellen wie James Dean damals war, nicht nur wegen Dane DeHaan der ihn wirklich gut gespielt hat aber auch wegen der Art wie wir ihn kennen lernen und beobachten. Denn statt alles aus seiner Sicht zu erleben, sehen wir ihn durch die Augen des Fotografen (Robert Pattinson), was teilweise aber auch etwas störend sein kann, da, mich persönlich, seine Geschichte eher etwas abgelenkt hat und wirkte für mich etwas fehl am Platz. Zwar habe ich schon bessere „Biografien“-Verfilmungen gesehen, trotzdem hat mich die Geschichte von James Dean berührt und war hauptsächlich sehr interessant anzuschauen: 7/10 

Before we go (2014):

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Trailer – Before we go

Before we go stand ganz lange auf meiner Amazon Watchlist. Captain-America Star Chris Evans spielt nicht nur die Hauptrolle, sondern hat auch noch Regie geführt. Ich habe mich nie für Captain America interessiert und ihn auch nur mal bei den Avengers gesehen aber wirklich erinnern kann ich mich daran auch nicht mehr. Vielleicht war ich deswegen auch so positiv überrascht wie sympathisch Chris Evans auf mich gewirkt hat (mein neuer Lieblings-Chris). Der Film ist still, bewegt sich im Zeitraum von einem Abend, in einer Stadt und zeigt hauptsächlich die beiden. Es hat mich stark an die Before Sunrise Filme erinnert aber da ich die sehr liebe hat es genau gepasst. Vielleicht hätte man den Film besser machen können und vielleicht ist er nicht der beste Film in dem Genre aber mich hat er einfach verschlungen. Die Hauptpersonen waren mir sehr sympathisch und die Geschichte war schön. Außerdem New York, was braucht man mehr: 8,5/10

Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand (2014):

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Trailer – Der Hundertjährige…

Als ich hörte, dass man das Buch verfilmen würde, war ich schon sehr skeptisch weil mir das Buch damals gut gefallen hat aber die Geschichte eben auch sehr umfangreich ist. Nachdem ich dann aber ein Theaterstück zu dem Buch gesehen hatte, hielt ich es schon wieder nicht mehr ganz so unmöglich. Tatsächlich fand ich den Film ganz amüsant und gut umgesetzt, auch wenn einiges gefehlt hat und sie auch etwas verändert haben. Ich hatte nichts großartiges erwartet und wurde auch nicht überrascht. War ganz amüsant, die Fortsetzung (warum auch immer es eine gibt?!) werde ich mir allerdings wohl nicht anschauen: 6,5/10

Beauty and the Beast (2017):

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Trailer – Beauty and the Beast

Die Schöne und das Biest war schon immer mein Lieblingsprinzessinnen Film, deshalb war ich auch sehr vorsichtig als ich erfahren habe, dass es eine Realverfilmung davon geben wird. Mit etwas Überredung ging ich dann doch ins Kino und es war wirklich schön. Die Bilder waren schön, die Lieder waren schön, es war schön gespielt. Einfach schön. Auch die Zusatzlieder und Szenen, die hauptsächlich die Fragen der Erwachsenen geklärt haben waren schön. Trotzdem wird es für mich nie an das Disney-Original herankommen. Ich könnte mir vorstellen, mir hätte der Film vielleicht sogar besser gefallen, wenn sie nicht fast den kompletten Film nachgedreht hätten, sondern auch etwas verändert hätten, sowie bei Cinderella (auch wenn der Film nicht großartig war) Aber im Großen und Ganzen wars … schön: 7,5/10

Ein Jahr in Filmen

Wer sich mal auf meine Seite verlaufen hat, wird sehen, dass auf der linken Seite immer eine Liste mit Filmen aus den letzten zwei bis drei Monaten steht. Das sind alles Filme die ich zum ersten Mal gesehen habe um halbwegs einen Überblick zu behalten. Lange Rezessionen finde ich oft etwas anstrengend, das Lesen aber teilweise auch das Verfassen davon, daher möchte ich etwas neues ausprobieren. Jeden Monat gibt es eine kleine Liste mit Filmen die ich gesehen habe und ein paar Gedanken dazu, sowie eine Bewertung. Zu manchen könnte es aber auch mal etwas mehr geben, je nachdem wie viel ich dazu zu sagen habe 😀

 

Ein Jahr in Filmen – Februar 2017

Februar war für mich, und für viele anderen wahrscheinlich auch, der Monat der Oscars. Leider konnte ich nicht alle Filme vor der Verleihung sehen – versucht habe ich es trotzdem!

Februar 2017

Ein Mann namens Ove (2015)

und Unter dem Sand (2015):

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Um mich nicht zu wiederholen, hier kurz vorbeischauen: Oscars 2017: Bester Fremdsprachiger Film

Ein Mann namens Ove: 8/10

Unter dem Sand: 9/10

Fifty Shades of Grey 2 (2017):

Ja ich habe ihn gesehen. Und ja – dafür bin ich sogar ins Kino gegangen ABER es war gar nicht so schlimm… Da ich bereits den ersten mit einer Freundin im Kino angeschaut hatte war es irgendwie unsere Pflicht den zweiten zu sehen, diesmal allerdings ohne ein paar Cocktails vorher. Natürlich war der Plot nichts besonderes, toll gespielt geht auch anders und wirklich skandalös war es nun auch nicht. Ich muss jedoch sagen, dass ich schon schlimmeres gesehen habe und besonders die Musik in Kombination mit manchen Szenen wirklich gut fand. Ob man ihn jetzt im Kino sehen muss? Wohl eher nicht: 5.5/10 

Lion (2016):

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Trailer

Es kommt selten vor, dass mich bereits ein Trailer unglaublich rührt, doch schon nach ein paar Sekunden wusste ich, dass ich Lion sehen will. Ich hatte leider nie die Reportage über die tatsächliche Geschichte gesehen, dafür aber sehr interessante Interviews mit Nicole Kidman und Dev Patel (besonders interessant, wenn man die schauspielerische Herangehensweise an die Geschichte hören möchte). Nicht nur, dass die Geschichte sehr bewegend an sich ist, aber sie wurde auch gut umgesetzt. Neben Kidman und Patel stach vor allem der kleine Schauspieler heraus, der vor den Dreharbeiten noch nie eine Kamera gesehen hatte. Sehr sehr bewegend und wunderschön anzuschauen! 9.5/10 

Hidden Figures (2016):

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Trailer

Über diesen Film hatte ich sehr viel gehört, weniger über die Geschichte aber dafür umso mehr über die Tatsache, dass mehrere dunkelhäutige Frauen die Hauptrollen in einem größeren Hollywoodfilm spielen. Hidden Figures wurde für mehrere Oscars nominiert was zum einen die Erwartungen sehr hebt aber natürlich auch die Frage in den Raum stellen warum der Film tatsächlich nominiert wurde. Ich persönlich fand die Geschichte sehr interessant, auch wenn sie mir allein durch die Machart manchmal nicht sehr real vorkam. Immer wieder war man überrascht oder war geschockt über das Verhalten der „Weißen“ der „Schwarzen“ gegenüber allerdings war man sehr schnell darüber hinweg sobald Pharrell Williams Musik kam und wieder ein Witz gemacht wurde. Ich bin mir nicht sicher was mich gestört hat aber vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch. Ob Hidden Figures nun eine Nominierung für den besten Film verdient hat? Rein künstlerisch, meiner Meinung nach nicht, aber alleine die Geschichte an die Öffentlichkeit zu bringen ist ein großer und wichtiger Schritt: 8/10

Arrival (2016):

Bevor ich anfing den Film zu sehen, hatte ich tatsächlich keine Ahnung worum es geht. Durch das Cover/Poster ging ich davon aus, dass es ein Science-Fiction Film ist – mehr wusste ich aber auch nicht. Zu dem Genre habe ich meistens nicht viel zu sagen. Es gibt ein paar Filme die ich gut finde aber es gibt auch viel, was mich nicht wirklich interessiert oder was ich nicht besonders gut fand. Umso schöner war dann die Überraschung, dass Arrival zwar ein Science-Fiction Film aber vor allem ein unglaublich spannender Film ist! Der Ton war sehr intensiv und hat viel für die Spannung ausgemacht, genauso wie das Szenenbild. Mir kam die Geschichte nicht zu abgedreht vor, auch wenn ich mit dem Ende nicht besonders glücklich war. Leider kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern (werde ihn mir auf jeden Fall noch einmal ansehen müssen – allein wegen dem Ende) jedoch kam mir das Ende etwas plump und holprig vor, allerdings ist es auch gut möglich, dass ich es nicht richtig verstanden habe. Mir kam es einfach sehr gewollt geheimnisvoll vor. In einer Notiz die ich zu dem Film gemacht habe steht nur: Moral? Vielleicht klärt sich die Frage beim zweiten Mal anschauen oder durch Gespräche mit anderen, die eine Meinung zu Arrival haben: 8/10

Kiss the Cook (2014):

Dieser Film kam ungefähr zur gleichen Zeit wie Im Rausch der Sterne raus und aus irgendeinem Grund werden die Filme oft im gleichen Satz genannt oder waren für mich zumindest immer verlinkt. Während mich Im Rausch der Sterne nicht unbedingt interessiert hatte und ich extrem positiv überrascht war, als ich ihn das erste Mal sah, stand Kiss the Cook schon eine längere Zeit auf meiner Liste. Ich fand den Trailer gut gemacht und viele Kommentare dazu waren durchaus positiv. Leider muss ich sagen, dass ich mehr erwartet hatte. In der ersten Hälfte wurde viel geredet, teilweise sogar gleichzeitig und hat mir vor allem ein hektisches Gefühl übermittelt. Die zweite Hälfte war dann um einiges besser und hatte auch sehr herzerwärmende und witzige Szenen. Für mich war Kiss the Cook ein netter Nachmittagsfilm allerdings auch nicht mehr als das: 7/10

Ein neuer Lieblingsfilm ⇒ Im Rausch der Sterne: 9/10

Ein Jahr in Filmen – Januar 2017

Wer sich mal auf meine Seite verlaufen hat, wird sehen, dass auf der linken Seite immer eine Liste mit Filmen aus den letzten zwei bis drei Monaten steht. Das sind alles Filme die ich zum ersten Mal gesehen habe um halbwegs einen Überblick zu behalten. Lange Rezessionen finde ich oft etwas anstrengend, das Lesen aber teilweise auch das Verfassen davon, daher möchte ich etwas neues ausprobieren. Jeden Monat gibt es eine kleine Liste mit Filmen die ich gesehen habe und ein paar Gedanken dazu, sowie eine Bewertung. Zu manchen könnte es aber auch mal etwas mehr geben, je nachdem wie viel ich dazu zu sagen habe 😀 Um auf den aktuellen Monat zu kommen müssen wir allerdings erst bei Januar (der gefühlt schon ewig her ist…) anfangen:

Januar 2017

Sing Street (2016):

Es gibt wenig Filme die mir von sehr unterschiedlichen Menschen ans Herz gelegt wurden und einer davon war dieser hier. Ein absoluter Wohlfühlfilm den ich mir jederzeit anschauen kann. Vom gleichen Regisseur der auch Once (2007) und Can a Song Save Your Life? (2013) gemacht hat, die meiner Meinung nach ebenfalls wunderschöne Musikfilme sind. Sing Street hat mich sehr an Filme meiner Jugend erinnert – Schule, Liebe, Musik und der Wunsch etwas großartiges zu erschaffen: 8/10

Frank (2014):

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Trailer

Das erste was mir auffiel, bevor ich überhaupt etwas von dem Film wusste, war das unglaublich schöne Cover. Frank war einer der Filme, die ich immer wieder in der Hand hielt aber leider nicht genug darüber wusste um ihn dann auch mitzunehmen. Irgendwann habe ich mich dann doch überwunden und war… etwas gespalten. Frank ist seltsam, komisch, witzig, irisch, visuell schön gemacht, toll gespielt und so anders, dass mir nicht viel dazu einfällt. Ich mochte ihn – sehr sogar, allerdings kann ich nicht wirklich beschreiben warum. Den muss man wohl gesehen haben (allein wegen der tollen Besetzung!): 7,5/10

La La Land (2016):

Ich glaube dazu muss nicht mehr viel gesagt werden (und doch gibt es noch so viel dazu zu sagen) 9,5/10  → La La Land (2016)

Manchester By The Sea  (2016):

Ich hatte erwartet der Film würde mich am Boden zerstört zurücklassen und hatte mich auch schon darauf eingestellt. Und ja, es hat wehgetan aber auf eine wirklich schöne und realistische Art. Ich habe mehr gelacht als ich erwartet hatte und war jedes Mal froh drum. Aber auch die schweren Szenen waren so real und mitfühlend gemacht, was sicher auch mit Casey Afflecks Spiel zu tun hatte. Man spürt das Regie und Drehbuch Hand in Hand gehen und haben mich mehr als Zufrieden (und mit einem leicht gebrochenen Herzen) zurückgelassen: 9/10

Baymax (2014):

Etwas spät aber wohl besser als nie. Viel fällt mir leider nicht mehr dazu ein aber ich weiß noch, dass ich ihn erstaunlich interessant, witzig und herzerwärmend fand. Neben einer tollen Animation gab es auch eine schöne Geschichte. Den Trailer fand ich damals nicht wirklich besonders, daher war ich froh zu sehen, dass der Film mehr zu bieten hat als er anfangs verspricht: 7/10

 

Bloggen oder das Verfassen von Gedanken

Bloggen ist eine eigenartige Beschäftigung. Man arbeitet an einem Text und versucht seine Gedanken zu sammeln und zu verfassen – aber wozu eigentlich? Als ich angefangen habe, dachte ich nicht daran, dass es eine Art „Community“ gibt, sondern wollte hauptsächlich ein Ventil haben um meine Eindrücke aufzuschreiben. Eine Art öffentliches Tagebuch.

Umso schöner war es zu sehen, dass verschiedene Menschen über das gleiche Thema reden obwohl sie sich nicht kennen. Die Gespräche sind anders, auch wenn sie über die Kommentarleiste laufen sind es trotzdem Themen die ich mit Freunden oder Familie nicht besprechen kann, zumindest nicht so ausführlich.

Warum habe ich aber so schnell die Lust daran verloren? Plötzlich schaut man wie viele Klicks, Likes und Kommentare ein Beitrag bekommen hat und macht daran fest wie „erfolgreich“ oder gut ein Text ist. Man sieht wie viele Kommentare andere Blogger bekommen und fragt sich was man falsch macht. Sicher wäre ein guter Anfang regelmäßig zu schreiben aber auch aktiv in der „Community“ zu sein. Wer selbst keine Texte von anderen liket oder kommentiert bleibt versteckt. Eigentlich kein Problem, schließlich geht es um Themen die mich interessieren und vielleicht könnte ich mir einige Tipps abholen. Also warum die Schreibfaulheit? Den Blog habe ich angefangen um meine Gedanken in die Welt zu schicken und nicht um zu sehen wie vielen das gefällt. Der Blog sollte um mich und mein Bedürfnis zu teilen gehen und nicht um Zahlen.

Also hier geht’s wieder los! Ich möchte keine Texte mehr schreiben um andere damit glücklich zu machen – gibt ja nicht viele die es lesen. Das hier soll ein kreativer Output sein und Spaß machen. Über Kommentare freue ich mich natürlich trotzdem und diese werde ich alle lesen statt sie zu zählen 😀

Ich ohne dich

 

Wer bin ich
Wer wäre ich mit dir geworden
Du hast Pläne gemacht
Gehofft
Ich hatte immer einen Platz bei dir
Jetzt wirst du immer einen bei mir haben
Jeden Tag
Du bist da

Ich folge den vergangenen Schritten
Erinnere mich
Nichts hat sich verändert
Die Welt ist stehen geblieben
Nur du fehlst
Hast so viel verändert als du gegangen bist
Mich verändert
Lass es anders sein
Lass die Welt verschwinden
Und bleibe hier

Wer bin ich
Ohne dich
Erkläre mir die Welt
Denn
Nichts bleibt gleich
Die Menschen bewegen sich weiter
Nur ich stehe
Warte

Ich
Ohne dich
Träume
Du kommst zurück
Erzählst von deinen Abenteuern
Ich bin stehen geblieben
Hab gewartet
Gestern warst du hier
Wir haben Pläne gemacht
Was sind meine Pläne ohne dich

Nichts hat sich verändert
Dein Weg ist geblieben
Ich
Trete auf deine Fußspuren
Werde sie verändern

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Himmelsrichtung

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Ich steh mir selbst im Weg. Und das nicht nur manchmal, sondern fast die ganze Zeit. Teilweise betrifft es nur kleine Dinge, wie die Unsicherheit, wenn man neue Leute trifft. Die Fragen wo man hin möchte und wer man sein will, wiegen dagegen schwerer. Viele quälen diese Fragen und meistens hat man auch keine Antwort dafür, was vielleicht gar nicht so schlecht ist. Dadurch zwingt man sich offen zu sein und sich von der Zukunft überraschen zu lassen. Aber sollte man nicht zumindest eine Richtung haben?

Meine größte Schwäche ist mein fehlendes Selbstvertrauen. Lange Zeit habe ich gewartet, dass sich eine Gelegenheit von alleine ergibt. Nur so läuft das Leben nicht.

Warten wird einen nicht zum Ziel bringen. Die Schritte muss man selbst tun. Der Weg mag von der Vorstellung abweichen. Ein Plan mag nicht immer klappen. Keine Straßenkarte – aber immerhin eine Himmelsrichtung.

Also stehe ich nun da. Seit Jahren träume ich von meiner Himmelsrichtung und warte. Worauf? Vielleicht, dass mich jemand schupst, doch je mehr Zeit vergeht desto größer wird die Wand der Unsicherheit. Es gibt Momente der Motivation, Momente in denen ich aufspringen will und loslaufen möchte. Doch dann fällt mir wieder auf, dass es nicht so einfach ist und gebe auf.

Der Ehrgeiz war noch nie da, doch meine Himmelsrichtung braucht viel Ehrgeiz. Also was ist die Lösung? Etwas, dass mir sehr geholfen hat war, jeden Schritt einzeln zu nehmen. Der Gedanke des ganzen Weges hat mich immer überfordert und mich dazu gebracht gar nicht erst loszulaufen. Doch jetzt versuche ich nicht mehr so sehr über die nächsten zehn Schritte nachzudenken, sondern begebe mich langsam in Bewegung. Die Schnelligkeit ist erstmal egal, die Bewegung alleine zählt.

Und meine Unsicherheit? Sie besteht aus der Angst nicht gut genug zu sein. Nicht, das zu können was ich möchte. Täglich muss ich mir ins Gedächtnis rufen, dass Talent nicht ausreicht. Viel wichtiger ist die Übung. Mag sein, dass ich nicht gut bin. Aber mit viel Arbeit werde ich gut werden. Niemand wird mich verurteilen, also sollte ich das auch nicht. Niemand wird mir einen Tritt geben loszulaufen. Das muss ich selbst schaffen.

Es ist das schwerste und gleichzeitig ist es das einzige, dass sich richtig anfühlt.

Etwas mit Bedeutung

Das Licht spiegelt sich in dem Bildschirm meines Laptops wieder. Ich sehe nichts. Nur mich.
Um das Wetter zu genießen, sitze ich draußen. In der Sonne.
Das Licht spiegelt sich in dem Bildschirm meines Laptops wieder. Ich sehe nichts. Nur mich.
Etwas aus dem Tag machen. Draußen sitzen. In der Sonne.
Doch alles was ich sehe bin ich.
Im Schlafanzug mit verschlafenen Blick.
Morgens um 13.53 Uhr.
Frühstück gibt es draußen.
Um das Wetter zu genießen. In der Sonne.
Ein kleiner Schritt, denk ich mir.
Mehr leben. Mehr genießen. Luft atmen. Wärme spüren.
Das ist der erste Tag meines restlichen Lebens.
Mach was draus. Sagt man.
Das Licht spiegelt sich in dem Bildschirm meines Laptops wieder. Ich sehe nichts. Nur mich.
Der erste Schritt, denk ich mir.
Mach etwas mit Bedeutung.
Also schreibe ich an meinem Laptop. Ich sehe nichts. Nur mich.
Etwas mit Bedeutung.
Es ist bereits zwei Tage her. Ein neues Bild sollte auf Instagram gepostet werden.
Bilder vom letzten Urlaub suchen. Wieder Hamburg.
Bereits das vierte Bild von dem Urlaub. Fällt niemandem auf.
Vor 18 Minuten gepostet. 14 Likes. Einen neuen Follower.
Mach etwas mit Bedeutung.
Das Licht spiegelt sich in dem Bildschirm meines Laptops wieder.
Ich sehe ein leeres Word Dokument. Times New Roman.
Mach was draus. Sagt man.

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Hamburg (2016)

Wenn ich spiele bin ich

Ich blicke in den Spiegel vor mir. 
Die Luft um mich herum ist stickig und mein Atem geht schwer. 
Die Ränder des Spiegels sind matt, die einrahmenden Lichter scheinen grell, der Tisch vor mir ist bedeckt mit weißem Puder.
 Die Luft scheint zu stehen. 
 Großen runden Augen blicken mich an. Sie sehen nicht aus wie meine. Die weiße und schwarze Farbe hat sie verzerrt.

Verschmitzt geschwungen. 
Ohne den Mund zu bewegen sehe ich ein Lächeln. 
Meine Lippen bleiben eine harte Linie. Sie sehen nicht aus wie meine. Die weiße und schwarze Farbe hat sie verzerrt.

Meine zittrige Hand greift nach dem roten Ball auf dem Tisch. 
Ungeschickt drückt sie ihn. 
Der rote Ball gibt einen quietschenden Laut von sich und weißes Puder springt hervor.

Ich blicke in das Gesicht mir gegenüber und der Ball nimmt seinen 
Platz ein. 
Er hat den Mittelpunkt des Gesichtes erreicht und verdeckt nun die ungeschminkte Nase.

Noch zwei Minuten.

Die Perücke juckt, doch ich darf sie nicht berühren. 
Eine Handvoll Haarnadeln stecken versteckt unter der rot-orangenen 
Lockenpracht. 
Ich bewege den Kopf und sehe wie die Locken fröhlich wippen. 
Mein Kopf tut weh. Die Nadeln drücken und ziehen.

Noch eine Minute.

Mein Körper verkrampft sich. 
Das Gesicht mir gegenüber lächelt mir zu. 
Es sieht nicht aus wie meins. 
Die weiße und schwarze Farbe hat sie verzerrt.

Witzig - denke ich. Vielleicht. Hoffentlich.

Manege frei. Hier komme ich.

Oscars 2017: Bester Fremdsprachiger Film

Ich kann mich nicht erinnern, einmal einen Oscar nominierten fremdsprachigen Film vor dem Abend der Auszeichnungen gesehen zu haben. Doch dieses Jahr kam es (mehr oder weniger zufällig) dazu, dass ich drei ,der nominierten Film vorher gesehen habe. Leider habe ich den Gewinner The Salesman noch nicht gesehen, was ich allerdings noch vor habe. Hier sind ein paar Gedanken, die ich zu den drei Filmen habe:

Unter dem Sand (2015)

Unter dem Sand ist unglaublich spannend! Der Film strahlt eine Ruhe aus, die fast schon bedrohlich wirkt. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Die Ruhe, bevor eine Bombe entschärft wird. Ich musste immer wieder erleichtert aufatmen als die Bomben erfolgreich entschärft wurden, weil man immer das Gefühl hat, gleich müsste etwas passieren. Mir wurde es dabei nie langweilig, auch wenn die Kinder im Grunde den ganzen Film über „das gleiche machen“ das ist natürlich etwas übertrieben, denn zwischendurch erleben wir, wie sie mit der Situation umgehen und erfahren auch mehr über ihre Vergangenheit und ihre Wünsche und Hoffnungen wenn sie Nachhause dürfen. Auch die Rolle des Feldwebels wirkt sehr menschlich und ist unglaublich gut gespielt. Die Zerrissenheit, die in der Situation absolut verständlich ist, kann man ihm regelrecht aus den Augen lesen. Die Ruhe, der Strand und die Wortkargheit in manchen Szenen wirken fast friedlich und doch sind es aufwühlende Szenen, denn sie zeigen eine Realität die wir nicht erlebt haben ohne sie zu beschreiben oder zu erklären. Viel Herz und sehr Bewegend. 9/10

Toni Erdmann (2016)

Ich muss zugeben überhaupt kein Fan von Toni Erdmann zu sein, aber ich kann definitiv erkennen warum ihn andere gut finden und warum er heute zu den besten deutschen Filmen gehört. Er war skurril, gut gespielt, seltsam, lustig und hat uns, unter anderem gezeigt, dass Familie wichtig ist. Leider war er mir zum Teil zu skurril bzw. unverständlich eigenartig und das obwohl ich z.B. Woody Allen Filme und seine Eigenartigkeit liebe. Es hat mich oft einfach genervt wie seine Tochter Ines mit ihm umgegangen ist, was zwar gepasst hat aber mir leider zu anstrengend war. Immer wieder gab es schöne und witzige Szenen und dann weitere die mir abgebrochen und unwichtig vorkamen. Außerdem war er mir viel zu lang! Hätte man den Film vielleicht etwas gestrafft oder etwas weggelassen, hätte er mir vielleicht besser gefallen. So wirkte es, als hätte jemand versucht zu viel in den Film zu packen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Amerikaner mit dem Film (der sehr untypisch für die Amerikaner ist) anstellen werden. 6/10

 Ein Mann namens Ove (2015)

Als ich das erste Mal von dem schwedischen Film Ein Mann namens Ove hörte, erwartete ich einen miesgelaunten Mann mit einem sehr kalten Humor. Da ich nur einen Radiobeitrag davon kannte, wusste ich auch nicht genau um was es geht, sondern nur, dass ein alter Rentner die Nachbarschaft terrorisiert – was auch stimmt. Aber das ist nicht alles, denn Ove hat eine wunderschöne Geschichte, die man in Rückblenden mit ihm zusammen erlebt. Man erfährt wie Ove aufgewachsen ist und was ihn dazu gebracht hat in seinen Seniorenjahren dem Selbstmord nahe zu sein. Dieser Film ist voller Herz und genau das Gegenteil von meinen Erwartungen, teilweise ist er sogar erstaunlich kitschig. Auch wenn ich nicht sagen könnte, dass Ein Mann namens Ove ein Meisterwerk ist, hat er mich bewegt und lässt einen mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. 8/10